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Frankfurter Messe: Neu Bau Halle 12

Nach zweijähriger Bauzeit wurde am 25. Oktober die neue Halle 12 der Messe Frankfurt eröffnet. Das neue Gebäude ist 248 Meter lang, 118 Meter breit und 30 Meter hoch, und somit eine gigantische Oberfläche, die verkleidet werden musste. Der Entwurf von Kadawittfeldarchitektur forderte eine Fassade mit einem komplexen Rautenmuster. Sorba konnte eine Lösung hierzu anbieten, weil unsere Ingenieure das Wissen und die Erfahrung besitzen, um spezielle Unterkonstruktionen und Verfahrenstechniken dafür zu entwickeln. Die Lösung: spezielle Aluminiumprofile, die kreuzweise platziert werden, um das Rautenmuster zu bilden. Lesen Sie mehr:

Um die Fassade so zu gestalten, wie nun auf dem Messegelände zu bewundern, ist viel Zeichnungs- und Berechnungsarbeit vorausgegangen. Durch die auf Abstand montierten Profile, welche den Eindruck einer frei vor dem Gebäudekörper schwebenden Fassade geben, werden große Kräfte auf die Konstruktion ausgeübt. Diese Kräfte wurden statisch mit einem FEA-Modell auf Basis von 3D-Grafikmodellen vorberechnet, sodass eine Konstruktion entwickelt werden konnte, welche alle äußeren Belastungen standhalten kann. Als Ankergrund war nur der Beton- und Stahlbau des Rohbaus vorgesehen, um die Fassade zu montieren. Damit die auf die Fassade wirkenden Kräfte aufgefangen werden konnten, wurden schwere Edelstahlkonsolen verwendet. Darüber wurden die Kassettenwand und die schwarze Trapezfolie als abdichtende Gebäudehülle platziert. Vor diesem sichtbaren schwarzen Trapezblech werden kreuzweise Aluminiumprofile montiert. Die Aluminiumprofile sind eloxiert und poliert. Es handelt sich um speziell für dieses Projekt entwickelte und gefertigte Zierelemente. In den Profilen befindet sich ein Schiebemuttersystem zur genauen Einstellung der Profile. In dieser Fassade wurden 50 Kilometer Aluminiumprofile verarbeitet. Von diesen 50 Kilometern zu verarbeitenden Profilen war etwa ein Drittel als Passelemente auszuführen. Sämtliche Passelemente wurden einzeln Stück für Stück geplant und produziert.. Unterhalb der Rautenfassade hat Sorba weitere 1000 m² Kassettenfassadefassade geliefert und montiert. In die matt-schwarze Fassade wurden dekorative Wetterschutzgitter integriert.

Neben dieser umfangreichen Fassade hat Sorba auch das Parkhaus, Untersichten und das Vordach verkleidet. Für die Parkhaus-Verkleidung wurde die Aluminium-Verbundplatte des Herstellers Mitsubishi Alpolic gewählt. Für das Vordach und die Untersichten wurden etwa 3000 m² Glattblech mit unsichtbarer Aufhängung mit Schweißbolzen geplant, geliefert und montiert. Der Architekt hat einen Übergang vom Vordach zu den darunter liegenden Fassaden als frei geformte Verkleidungsstücke vorgesehen. Um einen Eindruck von der für die Produktion erforderlichen sogenannte „doppelte Krümmung“ zu erhalten, wurde das Gebäude durch Sorba als 3D-Modell visualisiert. Dadurch wurden die zu fertigenden Krümmungen deutlich. Anschließend wurde der betreffende Teil der Verkleidung bei unserem Nachunternehmer kalt gebogen und die „doppelte Krümmung“ werkseitig mittels spezieller Walztechniken hergestellt.

Ein Projekt mit einer komplexen Konstruktion und großem Materialaufwand,  welches unsere Projektmanager und Konstrukteure erfolgreich geplant und ausgeführt haben. Das polierte Aluminium im Rautenmuster an der Fassade gibt dem Gebäude klare Linien und Kanten, oder wie der Frankfurter Bürgermeister Peter Feldmann bei der Eröffnung der Ausstellungshalle sagte; „Ein Gebäude mit unglaublicher Ausstrahlung und Kraft“.